Schlagwort-Archiv: territoriale Logik der Macht

Harvey`s Imperialismusanalyse

David Harvey: Der neue Imperialismus. VSA-Verlag 2005. (236 S.)

Das Buch des in der Anti-Globalisierungsbewegung vielgelesenen Autors erschien zuerst 2003 bei Oxford University Press. Ausgangspunkt ist der damals beginnende Irakkrieg. Hertha Däubler-Gmelin meinte 2002, die Bush-Regierung versuche, durch gewagte Unternehmungen im Ausland von innenpolitischen Problemen abzulenken, eine Taktik, die schon von Hitler bekannt sei. Leider, bedauert Harvey, habe der zweite Teil ihrer Aussage, der die Forderung nach ihrem Rücktritt zur Folge hatte, jede ernsthafte Diskussion des ersten Teils verhindert. Harvey beschreibt die damalige innere Situation der USA als “prekär, wie seit langem nicht mehr. Die Rezession… wollte nicht vorübergehen. Die Arbeitslosigkeit stieg… Es regnete Firmenskandale … Aktien und andere Vermögenswerte stürzten ab…Rentenfonds verloren…(an)Wert…die USA wurden zum größten Schuldnerstaat aller Zeiten … (Der Präsident) war… eher… vom Obersten Gerichtshof gewählt … als vom Volk.”(20f)

Zudem gab es seit langem massive geopolitische Interessen der USA in Nahost, die mit diversen Formen der Einmischung nicht nur im Irak verfolgt wurden. Harvey schildert kenntnisreich die Aktivitäten des US-Imperialismus in dieser Region und empfiehlt, die Ölfrage aus einem größeren Blickwinkel zu betrachten: ”Wer immer den Mittleren Osten kontrolliert, kontrolliert den globalen Ölhahn, und wer immer den globalen Ölhahn kontrolliert, kann zumindest in naher Zukunft die Weltwirtschaft kontrollieren.” (26)

Weiterlesen